Du bist Gesellschafter, CFO oder Geschäftsführer eines Unternehmens mit Aktivitäten in der Europäischen Union (EU)? Dann betrifft dich eine zentrale Entwicklung im internationalen Steuerrecht, die Auswirkungen auf Kapitalgesellschaften und konzerninterne Strukturen hat: die Anti-Tax Avoidance Directive (ATAD) der EU.
Im ZEW Discussion Paper Nr. 26-002 (01/2026) mit dem Titel „Rethinking Anti-Tax Avoidance Measures in the European Union“ wird detailliert analysiert, wie die EU-Mitgliedstaaten Anti-Steuervermeidungsmaßnahmen umsetzen – allen voran die ATAD.
Was ist die ATAD?
Die Anti-Tax Avoidance Directive ist eine Richtlinie der EU (Council Directive (EU) 2016/1164 vom 12.07.2016, ATAD I) mit Ergänzungen durch Directive (EU) 2017/952 (ATAD II). Sie verpflichtet alle EU-Mitgliedstaaten dazu, bestimmte Regeln zur Bekämpfung aggressiver Steuerplanung in ihr nationales Recht zu übernehmen.
Ziel der ATAD ist es, Steuervermeidung zu begrenzen, die Steuerbase zu sichern und so faire Wettbewerbsbedingungen im Binnenmarkt zu schaffen.
Fünf Kernbereiche, die jedes Unternehmen kennen sollte
Die ATAD verlangt, dass Mitgliedstaaten mindestens folgende internationale Anti-Steuervermeidungsmaßnahmen umsetzen:
Warum ist das relevant?
Unternehmen mit EU-Aktivitäten sehen sich nicht nur nationalen Steuerregeln gegenüber, sondern auch harmonisierten EU-Mindeststandards, die in jedem Mitgliedstaat gelten müssen. Diese Regeln können deine Steuerlast, Steuerplanung und konzerninterne Strategien beeinflussen – gerade bei internationalen Strukturen.
Zudem zeigt das ZEW-Papier, dass es Unterschiede in der strikten Umsetzung der ATAD-Maßnahmen zwischen den EU-Staaten gibt – was für grenzüberschreitende Planungen eine wichtige Rolle spielt.
Und sonst?
Die ATAD ist nur ein Teil eines breiteren Pakets von Anti-Steuervermeidungsregeln. In der Studie wird außerdem betrachtet:
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