Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und das Bundesministerium der Finanzen haben am 04.03.2026 (Pressemitteilung Nr. 15/2026) ein neues Konzept vorgestellt:
Die „Gesellschaft mit gebundenem Vermögen (GmgV)“.
Worum geht es – einfach erklärt
Die Idee ist bewusst klar gehalten:
Gewinne bleiben dauerhaft im Unternehmen.
Eine Ausschüttung an Gesellschafter ist nicht vorgesehen.
Dieses Prinzip wird auch als „Verantwortungseigentum“ bezeichnet.
Ziel ist ein langfristig orientiertes Unternehmertum, bei dem nicht die kurzfristige Gewinnentnahme, sondern die nachhaltige Entwicklung im Vordergrund steht.
Was bedeutet das konkret für dich?
1. Keine Gewinnausschüttungen
Dividenden sind nicht möglich.
Auch verdeckte Gewinnausschüttungen sollen verhindert werden, etwa über überhöhte Vergütungen oder Darlehensgestaltungen.
Gewinne müssen im Unternehmen verbleiben und reinvestiert werden.
2. Keine klassischen Gesellschafter-Anteile
Es gibt keine handelbaren Anteile.
Ein- und Austritt erfolgen über eine mitgliedschaftliche Struktur, ähnlich einer Genossenschaft.
Beim Ausscheiden erhält ein Mitglied lediglich seine Einlage zurück, ohne Rendite.
3. Fokus auf langfristige Unternehmenssicherung
Gerade bei der Nachfolge soll angeblich die Struktur interessant sein:
Ein Verkauf oder eine Zerschlagung des Unternehmens aus kurzfristigen Renditeinteressen wird deutlich erschwert.
4. Steuerliche Einordnung
Die Besteuerung orientiert sich an bestehenden Regelungen:
Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer fallen wie bei GmbH oder AG an.
Da keine Ausschüttungen erfolgen, entfällt auch eine Besteuerung auf Gesellschafterebene.
Wichtig ist jedoch:
Es ist eine regelmäßige Ersatzerbschaftsteuer vorgesehen, vergleichbar mit der Behandlung von Stiftungen.
Für wen ist das interessant?
Gute Frage.
Angeblich für
Weniger geeignet ist die Struktur für:
investorengetriebene Modelle
Private Equity
Unternehmen mit klarer Exit-Strategie
Fazit
Die Gesellschaft mit gebundenem Vermögen ist kein Ersatz für die GmbH, sondern eine bewusste Alternative.
Mehr Stabilität bedeutet gleichzeitig weniger Flexibilität.
Für Unternehmer mit langfristigem Fokus kann das attraktiv sein. Für renditeorientierte Strukturen eher nicht.
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