Was CFOs & Gesellschafter jetzt wissen müssen
Du bist CFO, Gesellschafter, CEO oder in der FiBu? Dann ist das wichtig für dich – gerade wenn eure Gruppe in Indien aktiv ist.
Worum geht’s?
Der Oberste Gerichtshof Indiens (24.07.2025, „Hyatt International Southwest Asia“) sagt:
Wenn ein ausländisches Unternehmen einen indischen Betrieb über längere Zeit wesentlich steuert – also Strategie festlegt, Umsetzung überwacht, Führungskräfte bestimmt und am Umsatz/Gewinn beteiligt wird – kann das schon eine Betriebsstätte sein.
Betriebsstätte heißt vereinfacht: ein steuerlicher Fußabdruck vor Ort. Folge: Steuerpflicht in Indien.
Warum ist das anders als „nur beraten“?
Beratung ist okay. Aber wenn ihr nicht nur Pläne schreibt, sondern auch entscheidet, kontrolliert, Personal bestimmt und regelmäßig vor Ort seid, wirkt ihr wie Betreiber – nicht wie externer Berater.
Für wen ist das relevant?
- CFOs/FiBu: wenn es Management-/Serviceverträge mit indischen Einheiten gibt.
- Gesellschafter/CEO: bei Konzernsteuerung, Marken-/Preis-/Personalentscheidungen aus dem Ausland.
- Gruppen mit Bonus/Fees nach Umsatz/Gewinn: erfolgsabhängige Vergütung ist ein starkes Indiz für „eigene“ wirtschaftliche Interessen in Indien.
Konkrete Risiken
- Indische Ertragssteuer auf Gewinne der Betriebsstätte.
- Zurechnung von Gewinnen trotz Konzernverlusten insgesamt (Betriebsstätte gilt als „eigene Einheit“).
- Doppelbesteuerungs-Risiko, wenn Verträge/Verrechnungspreise/DBA-Anwendung nicht sauber sind.
- Rückwirkung: Prüfung vergangener Jahre möglich.
Schneller Praxis-Check (5 Fragen):
- Legt ihr Strategie, Preise, Marke, Einkauf, Personal für die indische Einheit fest – und überwacht die Umsetzung?
- Bestimmt ihr leitende Angestellte oder habt ihr Vetorechte?
- Sind Mitarbeitende regelmäßig vor Ort – auch wenn jede Person unter 9 Monaten bleibt?
- Erhaltet ihr umsatz-/gewinnabhängige Vergütung aus dem indischen Geschäft?
- Nutzt ihr Räume/Strukturen der indischen Gesellschaft faktisch für euer eigenes Geschäft?
Ab 2× „Ja“: Handlungsbedarf.
Was jetzt tun (To-Dos):
- Vertrags-Check: Management-, Beratungs- und Lizenzverträge auf Eingriffsrechte prüfen (Strategie, Personal, Weisungen).
- Governance anpassen: klare Trennung zwischen Beratung und operativer Steuerung – Entscheidungsrechte dokumentieren.
- Vergütung überarbeiten: erfolgsabhängige Fees kritisch prüfen; ggf. auf fremdübliche Service-Fees umstellen.
- Reise- & Präsenzdokumentation: wer war wann wofür vor Ort? Klare Protokolle.
- DBA & Verrechnungspreise: BS-Gewinnabgrenzung vorbereiten; Doppelbesteuerung vermeiden (APA/ MAP erwägen).
- Frühwarnsystem: jährlicher Betriebsstätten-Screening-Workshop mit FiBu/Tax/Legal.
Wenn du willst, prüfen wir deine Verträge und Prozesse in einem kompakten Betriebsstätten-Check und geben dir einen klaren Maßnahmenplan – praxisnah und umsetzbar.
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