Was CFOs, CEOs, Gesellschafter und FiBu jetzt wirklich tun müssen
Die neue Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD kommt – gestaffelt, aber mit externer Prüfung. IDW und DNK haben dazu einen „Readiness Check“ veröffentlicht. Was heißt das praktisch?
Für wen ist das relevant?
- Du bist CFO oder Leiter:in FiBu? Dann musst du künftig ESG-Zahlen so belastbar liefern wie Finanzkennzahlen.
- Du bist CEO oder Gesellschafter? Dann brauchst du eine klare CSRD-Strategie – inklusive Zeitplan und Verantwortlichkeiten.
- Du bist im Mittelstand ohne gesetzliche Pflicht? Auch dann erwartet der Markt oft ESG-Infos – z. B. über Kundenanforderungen. VSME (der freiwillige KMU-Standard) kann hier helfen.
Wichtige Entwicklungen (Stand: Sept. 2025):
- „Stop-the-Clock“: Fristen wurden auf EU-Ebene teils um zwei Jahre gestreckt. Gut für die Planung, aber kein Freifahrtschein.
- „Content“-Reform in Arbeit: Mögliche Verengung des Anwendungsbereichs und ein „Value-Chain-Cap“ (begrenzt abzufragende Lieferketten-Infos).
- Deutschland: Umsetzungsentwurf liegt vor; die Prüfung soll durch Abschlussprüfer:innen bzw. Wirtschaftsprüfer:innen erfolgen.
Was bedeutet „Prüfung mit begrenzter Sicherheit“?
Das Prüfteam führt schlankere Prüfhandlungen durch als bei einer „hinreichenden Sicherheit“ (z. B. mehr Befragungen, weniger Stichproben). Das Urteil ist negativ formuliert („uns sind keine Sachverhalte bekannt geworden, die … widersprechen“). Einzelne Angaben können dennoch mit „hinreichender Sicherheit“ geprüft werden – sinnvoll für besonders kritische Kennzahlen.
So machst du dein Unternehmen prüfungsfit (Readiness in 7 Schritten):
- Projekt starten: CSRD/ESG-Owner benennen, Meilensteine und Budget festlegen.
- Doppelte Wesentlichkeit durchführen: Welche Themen sind für Umwelt/Soziales relevant – und finanziell für euch? Ergebnisse dokumentieren.
- Datenhaushalt ordnen: Welche ESG-Daten habt ihr, wo liegen sie, wer verantwortet sie? Externe Quellen und Lieferkette realistisch einplanen.
- IKS aufbauen: Ein schlankes internes Kontrollsystem für ESG-Daten – Rollen, Vier-Augen-Prinzip, Nachweise.
- IT & Prozesse sauber beschreiben: Datenflüsse, Tools, Schnittstellen, Versionierungen – so, dass Dritte es nachvollziehen können.
- Früh mit den Prüfer:innen abstimmen: Prüfungsumfang, kritische Auslegungsfragen (ESRS), „Deep Dives“, Beleglisten, Zeitpuffer.
- Bericht ins Lagebericht-Timing integrieren: Nachhaltigkeitsbericht hängt am (Konzern-)Lagebericht – daher Terminkalender synchronisieren.
Quick Wins für den Start:
- Eine Gap-Analyse gegen ESRS Set 1 bzw. VSME.
- Eine Daten-Landkarte mit Verantwortlichen je Kennzahl.
- Ein Prozess-Memo zur doppelten Wesentlichkeit inklusive Stakeholder-Einbindung.
- Ein Prüfungspilot: 2–3 Kernkennzahlen testweise „prüfungsnah“ durchspielen.
Fazit:
Wer jetzt Ordnung in Themen, Daten und Prozesse bringt, spart später Zeit, Nerven und Geld – und ist bereit für eine externe Prüfung, egal ob Pflicht oder freiwillig.
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